Volksfest Knigge - 10 Don'ts auf Oktoberfest & Co.

11.04.2019 08:00 | 1 Kommentar

Will man auf Oktoberfest & Co. eine gute Figur machen, gibt’s einiges zu beachten. Damit meinen wir nicht nur das Outfit. Auch bei dem Verhalten, das an den Tag gelegt wird, kann der Trachtler einiges verkehrt machen. Damit der Besuch auf dem Volksfest in guter Erinnerung bleibt, haben wir hier einen kleinen Guide verfasst. Unsere kleine Volksfest Knigge ist die perfekte Vorbereitung auf die Wiesn und andere bayerische Festlichkeiten. Mit diesem kleinen Know-how lässt sich der ein oder andere Patzer vermeiden und dafür die Freude am Volksfest erhöhen. Also – oans, zwoa, drei, g’lernt!

Oktoberfest Lebkuchenherzen

10 Dinge, die Sie auf dem Volksfest lassen sollten

1. Eine Maas bitte

Das ewige Dilemma mit der Bierbestellung. Es ist ganz einfach: Will man ein ganz normales Bier, bestellt man eine "Maß" oder bestenfalls noch eine "Maß Bier". Gesprochen wird es "Mass" ([mas]), nicht "Maas" ([maːs]) – zugegeben, die Schreibweise ist für die Betonung etwas irreführend.

2. Die Tracht zuhause lassen

Egal ob auf dem Oktoberfest, auf der Dult, auf dem Plärrer oder sonst irgendeinem bayerischen Volksfest – Tracht ist Pflicht. Die Lederhose und das Dirndl gehören für Herren sowie Damen einfach dazu. Auf den Volksfesten außerhalb Bayerns kann es etwas anders aussehen, aber auch hier ist das Trachten Outfit gerne gesehen.

Vor allem auf der Münchner Wiesn, die auch gerne von Touristen besucht wird, bekommt man häufig Tracht zu sehen, die eigentlich keine ist. Finger weg von den sogenannten "Plastik Dirndln und Lederhosen". Dann doch lieber ganz ohne Tracht auf das Volksfest, oder zumindest mit feschem Trachtenhemd oder Trachtenbluse.

3. Füße auf den Tisch

Zu späterer, oder auch mal zu früherer Stunde, steigt die feierwütige Gesellschaft im Bierzelt gerne auf die Bänke. Dort wird geschunkelt, getanzt und mitgesungen – das gehört dazu. Eine Etage höher, auf dem Biertisch, sollte man das allerdings unterlassen. Auf den Tisch gehören die Maßkrüge und Speisen, nicht die Schuhe. Das sieht die Security übrigens auch so.

4. Übergepäck

Wieder mal für einen Wochenendausflug eingepackt? Lassen Sie das lieber. Auf der Wiesn und auf anderen Volksfesten ist weniger mehr. Vor allem Frauen betrifft dieses Problem, wenn mal wieder die Strickjacke, das Kosmetiktäschchen, die flachen Schuhe, der große Geldbeutel und der Fotoapparat mit muss. Alles, was nicht in eine typische Dirndltasche passt, kann daheim bleiben. Einzige Ausnahme ist die Jacke, schließlich kann es abends schon mal frisch werden. Davor kann sie lässig über dem Arm getragen oder unter der Bierbank eingeklemmt werden – nur nicht hängen lassen!

5. Zamzwicken

Nach einer oder zwei Maß lässt sich ein gewisses Bedürfnis nicht mehr vermeiden. Wenn man mal für kleine Trachtler muss, sollte man das sehr vorausschauend planen. Auch müssen die Frauen leider wieder etwas mehr Acht geben, als die Männer. Wir alle kennen die langen Schlangen vor der Damentoilette, während die Herren nebenan in zehnfacher Durchlaufzeit ein und aus gehen. Auf manchen Volksfesten kann man hierfür schon mal eine halbe Stunde verplempern. Darum nicht zusammenzwicken, lieber gleich gehen und entspannt bleiben.

6. Unbequemes Schuhwerk

Man sollte meinen, dass auch dieser Tipp eher für die Damenwelt relevant ist. Aber auch die Herren sollten bei der Wahl ihrer Haferlschuhe achtsam sein. Gerade, wenn diese noch nicht eingetragen sind, kann es hier zu Blasen und Druckstellen kommen. Wir empfehlen, nur mit Schuhen auf das Volksfest zu gehen, die auch wirklich gut passen und bequem sind. Auf Oktoberfest und Co. wird viel gegangen, gestanden und getanzt. Wäre doch ein Jammer, wenn diese Freude durch schmerzende Füße geschmälert wird, oder?

7. Über den Durst trinken

Wir wollen ja keine Spielverderber sein, das Bier gehört halt zum Volksfest dazu. Aber seine Grenzen sollte man trotzdem kennen. Schließlich muss man nach dem Fest wieder nach Hause finden und sich im Nachhinein an den schönen Erinnerungen erfreuen können. Obacht ist vor allem bei manchen Volksfesten zu geben, die stärkeres Festbier ausschenken. So auch auf der Münchner Wiesn: Das klassische Oktoberfestbier kann bis zu 6 % Alkoholgehalt haben. Bevor der Besuch auf dem Oktoberfest auf der "Kotzwiese" endet – ja, die gibt’s wirklich – lieber etwas langsamer trinken und mehr genießen. Der Kater am nächsten Tag wird es Ihnen danken.

8. Geizen

So ein Volksfestbesuch ist nichts für Sparfüchse – zumindest, wenn es um die größeren Volksfeste geht. Auf dem Oktoberfest 2018 kostete die Maß Bier bis zu 11,50 €. Dabei ist man mit den typischen Kosten eines Volksfestbesuchs aber noch lange nicht am Ende. Zu jeder Bestellung im Bierzelt wird Trinkgeld gegeben. Auf einem großen Volksfest, wie der Wiesn, ist es da mit dem Aufrunden auf den nächsten vollen Euro nicht getan – sonst lässt sich die Bedienung nur noch selten blicken. Manchen mag bei so hohen Preisen das Herz bluten, aber dennoch sollte das den Spaß nicht vermiesen. Lieber darauf vorbereiten, dass heute der Geldbeutel brennen wird, die Zeit genießen und im kommenden Monat einmal weniger Essen gehen.

9. Keine Basis

Gerade, wer gerne gegen Punkt 7 verstößt, sollte sich diesen Tipp noch mehr zu Herzen nehmen. Denn wer keine ordentliche Grundlage im Magen hat, wird entweder schnell grantig, schnell benebelt oder beides. Darum vorher und/oder währenddessen reichhaltig speisen, dann hält die gute Laune lange her. In unserem Magazin gibt's zum Beispiel schon ein Rezept, das sich super dafür eignet: Obazdn. Man merke sich jedoch, dass ein Bierzelt kein Biergarten ist. Mitgebrachte Spießen sind hier gar nicht gerne gesehen und können einem in manchen Zelten einen Rauswurf bescheren.

10. Immer wieder Stress

So ein Besuch auf dem Volksfest kann leicht in Stress ausarten. Zug verpasst, die Zeit verkalkuliert, Freunde verloren – all das und noch viel mehr kann das Stresslevel eines Trachtlers enorm erhöhen. Darum lieber im Vorfeld über An- sowie Abreisemöglichkeiten im Bilde sein, den Weg zum Volksfest-Platz kennen, bestenfalls in einem Bierzelt reserviert haben und/oder überpünktlich erscheinen. Außerdem kann es sinnvoll sein, einen Treffpunkt mit der Gruppe auszumachen, für den Fall, dass man sich verliert. Auf großen Volksfesten kann nämlich schnell mal das Handynetz überlastet sein – dann muss man die alten Methoden wieder auspacken!

Sowieso können wir uns auf Volksfesten von der bayerischen Gemütlichkeit eine Scheibe abschneiden ;)

Wenn Sie diese 10 Tipps befolgen, kann auf dem Volksfest schon mal bedeutend weniger schief gehen. Und überhaupt – so ein Ausflug soll in erster Linie Spaß machen. Den wünschen wir Ihnen nun auch! Werfen Sie doch mal einen Blick in unseren Volksfest Kalender 2019. Dort finden Sie eine schöne Übersicht über die größten und schönsten Volksfeste - mit Deutschlandkarte. Haben Sie eine wunderbare Volksfest Saison!

Ihr Trachten24-Team

Kategorie:   Unterwegs

Kommentare

Punkt 9: Was, bitte, sind Spießen? :-) Ansonsten gut. Wer weiß, vielleicht wird das Tragen von Tracht für Breißn, Chinesen und Co. bald als Diskriminierung für uns echte Bayern verboten, Kinder dürfen sich ja auch in einigen Kitas nicht mehr als Indianier verkleiden. Als Bayer verkleiden darf sich jeder...

Sabine Müller, 21.07.2019 13:54

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